Skating the city
Ausstellungspavillon auf der Kölner Domplatte, im Rahmen der plan 09 – Forum aktueller Architektur, Köln 2009
Eine Ausstellung von Dom Skateboarding e.V und Metrobox Architekten
Das Leben in der Stadt hat so manches zu bieten, was gemeinhin pauschalisierend mit Urbanität umschrieben wird. „Pralles Leben“ ist in der Stadt durchaus eine gewollte Qualität. Vielseitigkeit, internationales Flair, Offenheit, Kultur und Toleranz sind Begriffe, mit denen Städte gerne für sich werben, nicht zuletzt auch Köln. Der so genannte „öffentliche Raum“, also die Straßen und Plätze einer Stadt, ist die viel zitierte „Bühne“ , auf der dieses „Stück“, das Urbanität heißt, täglich aufgeführt wird.
So reibungslos und fröhlich, wie die Städte in ihren Prospekten die Urbanität bewerben, funktioniert sie indes nicht. Autoverkehr, Flaneure, Gaukler, Passanten, Touristen, Fußballfans, Radfahrer, Kuriere, Junggesellenverabschiedungen, Straßenverkäufer, Straßenbahnen, - alle Elemente der „Urbanität“ funktionieren nur im gegenseitigen Miteinander und – und das ist entscheidend – sie funktionieren jedes für sich selber nicht, sondern immer nur durch das Hinzutreten der Übrigen, - also schlicht: Der Stadt. Niemand flaniert über einen leeren Boulevard, kein Tourist betritt die „Bühne“ einer Stadt ohne Gesicht.
Die Ausstellung „skating the city“ zeigt 25 Jahren Skateboarding rund um den Dom und exemplarisch diesen Zusammenhang von Attraktion und Konflikt.
Mit über 1600jähriger Präsenz der Kirche ist es keine Frage, wer den Ort im Zentrum Kölns wesentlich prägte. Die Hauptattraktion des Ortes ist der Dom, völlig gleichgültig, ob man ihn nun in seiner architektonischen oder sakralen Bedeutung auffasst. Bis etwa 1900 war die Umgebung des Doms völlig zugebaut und bis zur Vollendung der so genannten Domplatte 1970 gab es den Ort, um den es hier geht, nicht. Mit der Domplatte, die den Dom angemessen präsentieren sollte, wurde der Verkehr zurückgedrängt und das städtische Leben rückte wieder näher an den Dom heran. Seither finden sich täglich Passanten, Gaukler, Touristen, Pantomimen und viele andere am Dom ein, - so eben auch die Skater, die den Platz seit seiner Entstehung nutzen. Für die Anlieger, und das sind im Falle der Domplatte nur der Dom selbst, die Museen und das Dom-Hotel, sind die Fußgänger willkommen. Menschen auf Skateboards hingegen sind es nicht.
Es gibt urbane Konflikte, die allein durch Mediation nicht lösbar sind. Im Falle der Skateboarder am Dom spitzte sich der Konflikt stetig zu. Die Lösung dieses Konfliktes konnte somit nur in einer adäquaten Alternative zur Domplatte bestehen. Diese hatte wesentlich folgende Vorrausetzungen zu erfüllen:
- urbane Umgebung
- gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr
- gute Skatebedingungen in Bezug auf die Oberflächen und Elemente
- Gestaltung orientiert an einem öffentlichen Platz
Das hier ausgestellte Konzept orientiert sich an den oben genannten Rahmenbedingungen und wurde zusammen mit dem Dom Skateboarding e.V. entwickelt. Zusammen mit der Stadt Köln konnte mit dem Platz südlich des Rheinauhafens ein Ort gefunden werden, der die oben genannten Voraussetzungen erfüllt.